07.09.2018: Vermummte greifen Club Hanseat in Salzwedel an

Am späten Freitag Abend wurde das soziokulturelle Zentrum Hanseat von einer Gruppe von bis zu 10 schwarz gekleideten Vermummten überfallen. Die Gruppe der Angreifer war mit Knüppeln und Baseballschlägern bewaffnet. Sie verletzten bei dem Angriff mehrere Personen, die vor dem Hanseat standen und schlugen Scheiben des Clubs ein. Einer der Verletzten musste mit Kopfverletzung ins Krankenhaus. Auch das autonome Zentrum auf der gegenüber liegenden Straßenseite wurde von den Vermummten attackiert, auch hier wurde eine Scheibe eingeschlagen. Aufgrund der Angriffsziele ist bei der Tätergruppe von Neonazis auszugehen.
Laut eines Berichts der Volksstimme konnte die alarmierte Polizei einen Tatverdächtigen in einem Auto stellen. Es wird lt. Polizeimeldung wegen schwerem Landfriedensbruch ermittelt.

Nachtrag:
Die Polizei konnte in der Nacht noch einen Tatverdächtigen in einem PKW stellen. Dieser wird der rechten Szene zugeordnet. Die Volksstimme berichtet hier weitere Details

Nach dem Angriff auf das Hansa (und das AZ) geraten Landrat, Bürgermeisterin und Polizei in Erklärungsnot: Volksstimme: „Auf dem Boden der Tatsachen“

Die Kommunalpolitik zeigt sich zwar entsetzt von dem Angriff, zu einem klaren Bekanntnis explizit gegen rechte Gewalt ringt sich der Stadtrat jedoch nicht durch. Die Volksstimme zitiert einen Stadtrat der Grünen: „Da kann einem angst und bange werden: kein Mut, keine klare Haltung. Demokraten, die zögern, während die Nazis Oberwasser kriegen. Der Minimalkonsens ‚gegen jede Gewalt‘ reicht nicht aus. Die Zivilgesellschaft muss Druck ausüben, um auf die rechte Gewalt aufmerksam zu machen.“